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Bohumil Hrabal – tschechischer Autor
März 7, 2010 | Kommentare deaktiviert
Der tschechische Autor Bohumil Hrabal wurde am 28.03.1914 in Brünn geboren und zählte bis zu seinem Tod am 03.02.1997 zu den bedeutensten Schriftstellern des vergangenen Jahrhunderts. Der Name seines Vaters ist nicht bekannt aber als seine Mutter Marie im Jahre 1920 einen Buchhalter namens Frantiksek Hrabal kennen und lieben lernte, akzeptiert er Bohumil wie seinen eigenen Sohn. Seine Kindheit und Jugendjahre erlebte er nach einem Umzug in Nyumburk nahe der Elbe. Die Kindheits-, und Jugendzeit schrieb er in Büchern nieder wie zum Beispiel “Das Städtchen am Wasser”. In der Schule war Bohumil nicht gerade einer der Klassenbesten, da er sich mehr für die Arbeit seines Onkels Josef in der Brauerei interessierte. Der Onkel war der Bruder seines Stiefvaters und nannte ihn immer Pepin. Der Redefluss von Josef war das Rüstzeug für seine späteren Werke wofür er mit “Bafeln” einen eigenen Begriff erfand. In seinem Buch “Die Leiden des alten Werther” kann ein stilisierter Monolog des Onkels nachgelesen wurde.
Das Werk wurde später in “Tanzstunden für Erwachsene und Fortgeschrittene” umbenannt und hilft Jedermann/frau dabei richtig zu tanzen. Das Abitur hatte Bohumil im Jahre 1935 abgeschlossen aber zugleich lernte er durch Vorlesungen die Literaturgeschichte, Philosophie und Kunst kennen. Im zweiten Weltrkrieg war sein Heimatland besetzt wodurch die Hochschulen geschlossen waren. Ein Jahr nach Ende des Krieges hatte er sein Studium mit Erfolg absolviert. In den Kriegsjahren war er als Fahrdienstleister bei der Bahn tätig und schrieb darauf basierend das erfolgreiche Buch “Reise nach Sondervorschrift”welches sich mit dem Bahnfahren unter der deutschen Besetzung beschäftigt.
Seine berufliche Laufbahn war vielfältig, er war Versicherungsvertreter, Hilfsarbeiter und Handelsreisender. Als Hilfsarbeiter war in einem Stahlwerk ab dem Jahre 1949 aktiv aber erlitt einen schweren Arbeitsunfall. Aufgrund der Folge des Unfalls arbeitete er schließlich von 1953 bis 1959 als Verpacker in einem Rohstoffsammellager. Das Werk “Allzu laute Einsamkeit” und der erste Teil seiner mit Biographie versehenen Romantrilogie “Hochzeiten im Hause” spiegeln diese Zeit wieder. Als Schriftsteller wurde erst ab dem Jahre 1963 aktiv und entwickelte sich mit wachsenden Erfolg zu seinem Hauptberuf. Der Verlag Prazska Imaginace veröffentlichte einen Großteil seiner Werke in einem aus 19 Bänden bestehenden Sammelwerk. Der Tod des berühmten Schriftstellers war tragisch, denn er stürzte aus dem fünften Stockwerk eines Krankenhauses als er Tauben fütterte. In Medienberichten wird bis heute vermutet dass Bohumil Hrabal sein Leben selbst ein Ende bereitete, da der Freitod gewisse Ähnlichkeiten mit Szenen in seinen Büchern aufweist. Er hat die tschechische Literatur nachwirkend geprägt. Sein Roman “Ich habe den englischen König bedient” wurde im Jahre 2006 verfilmt, gewann ein Jahr später vier Böhmische Löwen und wurde mit dem FIPRESCI-Preis (auf der Berlinale 2007) ausgezeichnet.
In seinem erfolgreichsten Buch “Ich habe den englischen König bedient” erzählt Bohumil Hrabal das Leben eines tschechischen Kellners und ist im Jahre 1971 fertig geschrieben worden. Jedoch erst 1989 nach der Öffnung der Grenzen und der ausbleibenden Zensur konnte das Buch veröffentlicht werden. Zur Handlung: Jan Ditse lebt in einer böhmischen Kleinstadt, wo er als Kellner im Hotel “Goldenes Prag” tätig ist und dort lernt er recht schnell, das Geld eigentlich alles im Leben ist. Er betrügt Leute mit kleinen Gaunereien und sichert sich so seinen Lebensunterhalt. Das verdiente Geld gibt es allerdings mit vollen Händen in Bordellen aus. Seine Karriere als Kellner führt ihn in immer größere Hotels. Eines Tages begegnet er dem Oberkellner Skrivanek und sieht in ihm ein Vorbild für sich selbst, denn er hatte einmal den englischen König bedient. Im Jahre 1938 wird Tschechien durch die Deutschen besetzt und darin sieht Jan die Gunst der Stunde gekommen.
Er geht eine Heirat mit einer sudeten-deutschen Sportlehrerin ein aber das Liebesglück ist nicht von Dauer, da sie ein missgebildetes Kind auf die Welt bringt und bei einem Bombenangriff ihr Leben verliert. Das Glück ist Jan jedoch gelegen und so kommt er durch Zufall an ein Vermögen. Das Geld investiert er in den Bau eines eigenen großen Hotels. Als Hotelinhaber schlägt ihn als vermeintlicher Aufsteiger jedoch nur Missgunst und Verachtung seiner ehemaligen Kollegen entgegen. Als die Kommunisten durch einen Regierungssturz an die Macht kommen, wird er enteignet und verdient sich nun als Kellner in einem Haftlager. Dann wird er von den Kommunisten zur Zwangsarbeit verpflichtet und gelangt somit nach West-Tschechien, wo er schließlich als Strassenwärter arbeitet. Er ist für eine einsame Bergstrasse verantwortlich und wird zu einem Eigenbrödler. Er wird sich seiner selbst erst ganz bewusst als er anfängt zu schreiben.
Mehr Informationen zur Person: Bohumil Hrabal bei Wikipedia.org