Der Schriftsteller, Übersetzer und Komponist Max Brod wurde 1884 in Prag als Sohn eines jüdischen Bankbeamten geboren. An der Prager Karl-Ferdindands-Universität studierte er Jura und promovierte im Jahr 1907. Dass er sich eher der Kunst als der Juristerei zuwenden sollte, zeichnete sich jedoch schon während des Studiums ab. 1902 begegnete er zum ersten Mal Franz Kafka, dem er bis zu dessen Lebensende ein treuer Freund und Mentor bleiben sollte. Ähnlich wie Kafka nahm Max Brod nach seiner Promotion eine Stelle an, die ihm genügend Zeit für sein literarisches Schaffen ließ.

Einen ersten Band mit Novellen veröffentlichte Brod 1906 unter dem Titel „Tod den Toten“. Der literarische Durchbruch gelang ihm jedoch 1908 mit dem Roman „Schloß Nornepygge“, einem expressionistischen Werk, das ihm vor allem in Berliner Literatenkreisen Anerkennung verschaffte. Rund 18 Romane, zahlreichen Novellen und philosophische Abhandlungen erschienen zwischen 1906 und 1966. Das erfolgreichste Werk war der historische Roman „Tycho Brahes Weg zu Gott“, der 1916 erschien und eine Auflage von mehr als 100.000 Exemplaren erreichte. Hinzu kam ein gutes Dutzend Schriften über Franz Kafka und sein Werk. Als Nachlassverwalter Kafkas setzte Max Brod sich über dessen ausdrücklichen Wunsch hinweg, seine literarischen Aufzeichnungen nach seinem Tod zu vernichten. Dass Kafkas Schriften der Nachwelt einigermaßen vollständig erhalten blieben, ist somit vor allem Max Brod zu verdanken. Von seiner uneigennützigen Unterstützung und Förderung profitierten neben Kafka auch der Dichter Franz Werfel, der Schriftsteller Jaroslav Hasek, dessen „Braver Soldat Schwejk“ weltberühmt wurde, und der Komponist Leos Janacek.

Brods literarisches Schaffen ist geprägt von einer realistischen Erzählweise und einer sehr genauen psychologischen Zeichnung seiner Figuren. In vielen seiner Werke setzte er sich mit jüdischem Leben und jüdischer Identität auseinander. Aufgrund seiner Hinwendung zum Zionismus setzten die Nationalsozialisten die Werke Max Brods bereits 1933 auf die Liste der verbotenen Literatur. 1939 floh er nach Palästina, wo er sich erst 1947 wieder dem Schreiben zuwandte. Bis zu seinem Tod im Jahre 1968 lebte Max Brod in Tel Aviv, Israel und arbeitete dort als freier Autor, Journalist und Dramaturg.

Bei einem Besuch in Prag lohnt es sich auf den Spuren von Kafka zu wandeln und dabei auch Max Brod näher zu entdecken. Ob ein Kurztrip oder eine längere Städtereise nach Prag, beides lässt sich finanzieren, da es in der Stadt unzählige günstige Hotels und Pensionen gibt.

Weitere Informationen zur Person: Max Brod bei Wikipedia


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